Startseite
ÜBER DEN VEREIN

Gründung
Damals bei der Gründung vor 75 Jahren am 7. September 1938 waren 11 Frauen und Töchter anwesend. Als Präsidentin wurde Fräulein Rosa Ryser, als Aktuarin Fräulein Bertha Wyss und als Kassierin Frau Lips gewählt. Der Jahresbeitrag wurde auf Fr. 3.50 festgelegt, wollte aber jemand aus dem Verein austreten, musste er einen Fünflieber bezahlen.
Was war wohl damals der Grund zu dieser Vereinsgründung? Beim Lesen der alten Protokolle kommen wir der Sache auf die Spur und beginnen das Denken der damaligen ländlichen Bevölkerung zu verstehen.
Die Geschichte sagt uns genug, 1938 war die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland, eine unsichere Zeit, Angst um den Arbeitsplatz, Angst um den Weltfrieden, Angst um den Verlust der Traditionen. Mit der Tracht, als Ausdruck von Beständigkeit nach aussen, konnte ein sichtbares Zeichen gesetzt werden. Wer die Tracht trug, bekannte sich zur Pflege alten Volkstums.
Getanzt wurde damals aber noch nicht. Man traf sich alle 2 Wochen zu einer „Stubete“. Wohlverstanden in einer Stube, meistens bei Fräulein Alice Gloor, Lehrerin an der Schule Rupperswil, welche über Jahre den Trachtenleuten das Singen beibrachte. Die gelernten Lieder, deren Inhalt „die gesunde Gesinnung“ förderte, wurden auch zu Hause im Familienkreise weitergesungen.

Das Jahr 1939
Die zu Beginn des Jahres 1939 aufgetretene Maul- und Klauenseuche hatte Wochenlang jede Vereinstätigkeit zunichte gemacht. Mitte April wurde wieder eifrig geübt für die Singwoche, welche vom 25. Juni bis 1. Juli in der Kirche Rupperswil unter der bewährten Leitung von Herrn Tappolet aus Zürich durchgeführt wurde. Über 100 Singfreudige von Rupperswil und Auenstein nahmen daran teil.
Anschliessend waren alle Gedanken auf das grösste Ereignis des Jahres gelenkt. Eidgenössisches Trachtenfest vom 19. bis 20. August 1939, welches in der Landesausstellung in Zürich stattfand.
Im Herbst 1939 mussten die Zusammenkünfte der Realität angepasst werden, der Krieg war ausgebrochen. Die Männer mussten einrücken und die Frauen zuhause ihren Mann stellen, konnten also nur noch selten fort. Anstatt zu singen bei den Treffen, strickten die Frauen Socken für die Soldaten. So konnten sie beim Stricken, Sorgen und Bangen um ihre Liebsten miteinander teilen.

Aktivitäten
Eine kleine Episode aus dem Jahre 1942 sei noch erwähnt: Man besuchte im Juni ein frisch verheiratetes Mitglied im Baselbiet und verband die Reise mit einem Besuch im Basler Zoo. Die fröhliche Schar in festlichen Trachten erfreute überall. An der Eintrittskasse fragten die Trachtenfrauen nach Kollektiv-Ermässigung. Ja, da kam man an den Falschen: „Ihr Trachtenleute seid reiche Bauersleute und hättet besser eine Seite Speck mitgebracht als um Kollektiv Billet zu bitten!“
Sonntägliche Ausflüge mit Ross und Wagen, waren die wenigen Gelegenheiten zur Pflege der Geselligkeit und Freundschaft. Besuche von Unterhaltungsabenden und Vortragsveranstaltungen, all diese Anlässe wurden mit dem Velo in der Tracht besucht. Die Fahrräder von damals waren ohne Gangschaltung ausgestattet, als Bremsen diente der Rücktritt und eine Vorderradbremse – kein Vergleich zum heutigen Standard. Noch war das Angebot der Unterhaltung minimal und die Mobilität ebenso.
Nach dem Krieg wurde die Gruppe mit Gesang und Tanzen wieder aktiver. Mit Tanzen begannen die Rupperswiler Trachtenleute erst im Jahre 1943 und zwar in der guten Stube der Präsidentin Frau Wyss im Auhof. Die Trachtenfrauen wurden zunehmend für Darbietungen eingeladen, kein Wunder mit ihren schmucken Trachten bereicherten sie die verschiedensten Anlässe.
Allmählich gesellten sich junge Männer zu den tanzenden Frauen, heute kaum zu glauben, aber es gab eine Zeit, da herrschte sogar Männerüberschuss beim Tanzen. Mit Schürzen umgebunden definierten sich die Burschen, welcher jetzt Frau oder Mann tanzt.
Wie die Mitgliederzahlen zunahmen, gingen sie später auch stetig wieder zurück. Das Angebot an Freizeitbeschäftigung, Freizeitvergnügen und Unterhaltung wuchs und wuchs. Geselligkeit gab es nicht mehr allein im Verein.

Höhepunkte
Höhepunkte der Trachtengruppe waren sicher auch die beiden Fernsehauftritte.
1967 in Aarau, anlässlich der französischen Woche.
1996 in der Sendung “Wääled Si..!“ bei der Sporthalle in Rupperswil, bei denen wir Tanzen durften.

Heute
In den vergangenen Jahren haben wir immer versucht neue Wege zu finden, damit wir uns weiterhin am Volkstanz erfreuen können. Seit 2005 tanzen wir zusammen mit der Partnertrachtengruppe Suhr, jedoch beide Vereine haben ihre Selbständigkeit behalten.